Gehaltsvorstellung in der Bewerbung

So gibst du deinen Gehaltswunsch richtig an

Egal, ob Berufsanfänger:in, Quereinsteiger:in oder Profi: Es ist für jeden ein Balanceakt, sich weder unter dem eigenen Wert zu verkaufen noch die Jobchancen durch unrealistische Vorstellungen zu verbauen. Wir verraten dir, wie du bei deiner Bewerbung die Frage nach dem Gehaltswunsch richtig beantwortest.

Um dich optimal auf eine Bewerbung oder ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten, solltest du unter anderem auch die Antworten auf diese Fragen kennen:

 

  • Was ist meine Arbeit wert? 
  • Was kann ich verdienen?
  • Was ist mein Marktwert?

 

Besonders Berufsanfänger:innen und Quereinsteiger:innen fällt die Antwort darauf oft schwer. Darum verraten wir dir, wie du deinen beruflichen Marktwert berechnen kannst.

Wie berechne ich meinen Marktwert?

In erster Linie achten wir darauf ob deine Angaben vollständig und korrekt sind. Natürlich berücksichtigen wir auch formale Faktoren. Das bedeutet nicht, dass dein Lebenslauf überaus künstlerisch gestaltet sein soll, aber eine erkennbare Struktur oder Gliederung,  Übersichtlichkeit sowie ein Mindestmaß an richtiger Rechtschreibung sind schon wichtig.

Alles, was du an Ausbildung und berufsrelevanter Erfahrung mitbringst, ist wertvoll. 

 

Jeder Schul-, Lehr- oder Studienabschluss, alle Zusatz-Kurse,  Aus- und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte, Führerscheine, soziales Engagement, Praktika und Volontariate, Studierendenjobs, Ferialjobs, Bachelor- und Masterarbeiten, Freiwilligenarbeit etc. – Wenn deine Talente und Kenntnisse zu deinem Wunschjob passen, kannst du sie für deine Bewerbung einsetzen. 

 

Leidenschaft für den Beruf und persönliches Engagement sind immer vorteilhaft, vor allem für Berufsanfänger:innen, die in einen Wunschbetrieb oder eine Wunschbranche einsteigen möchten.

Schon gewusst? Deine Skills können perfekt für deinen neuen Wunschjob passen! 

 

Hast du zum Beispiel Erfahrung im Marketing für einen Produktionsbetrieb, kannst du den gleichen Job auch in einem Unternehmen einer anderen Branche ausüben. Warst du als ausgebildeter Elektriker:in bisher in einem anderen Job tätig, kannst du dich wieder dafür bewerben oder erneut als Elektriker:in anfangen. Du liebst den Kontakt mit Menschen, bist aber bisher in der Metallbranche tätig? Dann starte deine neue Karriere als Recruiter:in, im Einzelhandel oder Vertrieb.

 

Als Quereinsteiger:in zählt vor allem, dass du die für den Job nötigen Skills, Ausbildungen und Erfahrungen hast. Natürlich gibt es auch gewisse Musts und Pflichtausbildungen, aber die kannst du auch neben deinem bisherigen Job nachgeholt haben. Dein größtes Asset als Quereinsteiger:in sind deine Leidenschaft für den Beruf bzw. deine Talente für den Job, für den du dich bewirbst.

Du bewirbst dich für einen gleichwertigen Job in einem anderen Unternehmen?

 

Dann kannst du alle bisherigen Leistungen für dich sprechen lassen und berufliche Erfahrungen in deinen persönlichen Wert einrechnen. Dazu zählen die Ausübung einer leitenden Position, Verantwortung für Sonderprojekte oder Budgets, Zusatzausbildungen oder Weiterbildungen, soziales Engagement, Branchenkenntnis und Netzwerke etc. 

 

Aus Sicht des neuen Arbeitgebers bist du ein wertvolles Asset für den weiteren Firmenerfolg. Dein Onboarding wird vergleichsweise rasch und nahtlos stattfinden können und du bringst die nötige Expertise sowie einen frischen Blick von außen in bestehende Strukturen und Prozesse ein. 

Du hast noch Fragen oder möchtest weitere Tipps für deine Jobsuche? Dann vereinbare dein persönliches Beratungsgespräch mit unseren Job-Expert:innen. Kostenlos und unverbindlich, auch in deiner Nähe!

Muss ich meinen Gehaltswunsch bei der Bewerbung angeben?

Wenn nicht ausdrücklich danach gefragt wird, solltest du deine Gehaltsvorstellung nicht von selbst in deiner Bewerbung angeben. Wirst du zum Bewerbungsgespräch eingeladen, wird der Recruiter bzw. die Recruiterin die Gehaltsfrage persönlich mit dir besprechen. Darauf solltest du wiederum gut vorbereitet sein.

 

Wenn du schon bei der Bewerbung danach gefragt wirst, deinen Gehaltswunsch anzugeben, mach das auf jeden Fall! Umgehst du diese Antwort, kann das im worst case dazu führen, dass deine Bewerbung als unvollständig aussortiert wird.

Was gebe ich als Gehaltswunsch an?

Das hängt vom jeweiligen Job (branchenübliche Kollektivverträge/ Mindestlöhne), der Beschäftigungsart (Vollzeit/ Teilzeit etc.), deiner Berufserfahrung und deiner Qualifikation/ Ausbildung ab. Um einen realistischen Wert zu finden, kannst du folgende Faktoren berücksichtigen:

 

  • die Mindestgehaltsangabe des neuen Arbeitgebers
  • dein aktuelles Gehalt
  • deine bisherigen beruflichen Erfahrungen 
  • alle Aus- und Weiterbildungen 
  • deine Zusatzqualifikationen

 

Bei deiner Bewerbung solltest du dir über deinen eigenen beruflichen Wert im Klaren sein. Weißt du, was dein Mindestgehalt sein soll, kannst du selbstbewusst verhandeln.

 

Als bewährte Faustregel gilt: Du kannst rund 10 bis 20 Prozent als Verhandlungsbasis auf dein Wunschgehalt aufschlagen. Bei Stellen mit erforderlicher Führungserfahrung oder Verantwortung auch bis zu 30 Prozent. 

 

Deinen Gehaltswunsch gibst du idealerweise als Jahresbrutto an – ohne Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld, Boni, Firmenauto, Fahrtkosten etc. 

 

Wenn möglich, nenne bei der Frage nach deinem Gehaltswunsch einen Gehaltsrahmen – realistische, nicht zu weit auseinander liegende “von-bis” Werte.

Was antworte ich auf die Frage nach meiner Gehaltsvorstellung?

Im Bewerbungsgespräch fühlen sich viele Job-Kandidat:innen unsicher, wenn sie nach ihrem Wunschgehalt gefragt werden. Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Summe können dazu führen, dass der Recruiter oder die Recruiterin eine Begründung dafür verlangen.

 

Um Nachfragen zu vermeiden, solltest du Folgendes beachten:

 

  • Sei auf die Frage nach deinem Wunschgehalt vorbereitet.
  • Kenne deinen Wert und antworte selbstbewusst.
  • Zeige dich verhandlungs- und kompromissbereit.
  • Setze dir eine Schmerzgrenze, unter der du dich nicht verpflichten wirst.
  • Erkundige dich vorab über ein Mindestgehalt oder angebotene Überzahlungen und mach dich schlau über branchenübliche Gehälter.
  • Nenne ein realistisches Jahresbruttogehalt – weder zu hoch, noch zu niedrig.
  • Gib einen Gehaltsrahmen statt einer konkreten Summe an.
  • Bringe passende Qualifikationen sowie gefragte Ausbildungen zur Sprache. 
  • Überlege in Ruhe, ob alternative Leistungen wie kostenlose Weiterbildungen, Firmenauto, Firmenwohnung oder Firmenhandy zur Privatnutzung, Sachzuwendungen etc. ein niedrigeres Monatsgehalt ausgleichen.

Wie formuliere ich meinen Gehaltswunsch?

Auf die Frage nach deiner Gehaltsvorstellung, kannst du entweder eine bestimmte Zahl oder einen Gehaltsrahmen angeben:


  • “Mein Wunschgehalt beträgt jährlich 52.000 Euro brutto.”
  • “Ich stelle mir zwischen 50.000 und 56.000 Euro brutto im Jahr vor.”

 

Im Bewerbungsgespräch kannst du deine Verhandlungsbereitschaft ausdrücken, indem du offen für Alternativlösungen bist, wie Überstundenpauschalen, Boni, Ersatzleistungen wie Auto, Handy oder Wohnung zur Privatnutzung etc. 


  • “Für eine Vollzeitstelle in dieser Position liegt meine Gehaltsvorstellung bei jährlich 48.000 Euro brutto.”
  • “Ich stelle mir zwischen 42.000 und 48.000 Euro brutto im Jahr vor – abhängig von den Zusatzleistungen, die Sie in Ihrer Stellenausschreibung erwähnt haben.”

 

Bist du sicher im Verhandeln, kannst du besondere Qualifikationen hervorheben oder spezielle Kenntnisse ins Spiel bringen:


  • “Aufgrund meiner Spezialisierung auf X und meiner kürzlich erfolgten Weiterbildung liegt meine Gehaltsvorstellung bei 54.000 Euro brutto jährlich.”
  • “Ich verfüge über Kenntnis X/ Erfahrung Y, weshalb mein Wunschgehalt bei Z liegt.”
  • “Zusätzlich habe ich die Ausbildung als A/ Praxis als B, weshalb mein Wunschgehalt zwischen 48.000 und 54.000 Euro beträgt.”
  • “Aufgrund meiner Erfahrung als Teamleitung/ als Leiter:in von XY Mitarbeiter:innen beträgt mein Wunschgehalt 48.000 Euro brutto jährlich.”
  • “Da ich mir langjährige Branchen-Kontakte/ ein dichtes Branchen-Netzwerk erarbeitet habe, stelle ich mir 54.000 Euro brutto jährlich vor.”

Unsere Job-Berater:innen in

15 Niederlassungen

sind für dich da!

Das könnte dich auch interessieren ...