KI im Unternehmen

KI läuft. Nur in Ihrem Betrieb noch nicht?

KI ist in vielen Betrieben längst angekommen, aber wie geht man damit richtig um? Dieser Guide gibt sowohl Arbeitnehmer:innen als auch Arbeitgebern eine konkrete Orientierung. Denn zum Thema KI braucht es klare Tipps und nicht nur Theorie.

Für Arbeitgeber: KI erfolgreich einführen

Der häufigste Fehler bei der KI-Einführung ist, zu groß zu denken. Wer versucht, auf einmal ganze Abteilungen zu automatisieren oder mehrere Prozesse gleichzeitig umzustellen, verliert schnell den Überblick und das Team gleich dazu. Der bessere Ansatz: einen einzigen Prozess auswählen, der regelmäßig Zeit kostet, klar definiert ist und wenig Risiko birgt.

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Die wichtigsten Regeln von Anfang an

Team frühzeitig einbinden: Erklären Sie frühzeitig, warum KI eingesetzt wird, welche Aufgaben betroffen sind und vor allem, was sich für die Mitarbeiter:innen (nicht) ändert. Offene Kommunikation verhindert Gerüchte und schafft Akzeptanz. 

Klare interne Richtlinien schaffen: Was darf mit KI erledigt werden, was nicht? Welche Informationen dürfen in externe Tools eingegeben werden? Ein einfaches, ein- bis zweiseitiges internes Dokument reicht aus, um Orientierung zu geben und rechtliche Risiken zu minimieren.

Ergebnisse konsequent prüfen: KI-Output ist ein Arbeitsentwurf – kein fertiges Endprodukt. Fehler passieren, Informationen können veraltet oder unvollständig sein. Die inhaltliche Verantwortung bleibt immer beim Menschen. Das muss im Betrieb klar kommuniziert und gelebt werden.

In Schulung investieren: Aufwändige Trainings sind nicht nötig: kurze, praxisnahe Workshops, die zeigen, wie KI konkret im Joballtag genutzt werden kann, reichen in den meisten Fällen völlig aus.

Datenschutz von Anfang an ernst nehmen: Kunden- oder Mitarbeiterdaten haben in öffentlichen KI-Tools nichts verloren. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf Unternehmensversionen mit klaren Datenschutzvereinbarungen. Zusätzlich gilt: Der EU AI Act regelt seit 2024 verbindlich, welche KI-Anwendungen in Europa erlaubt sind.

Ist Ihr Unternehmen bereit?

  • Ich habe einen konkreten Startprozess mit klarem Nutzen identifiziert

  • Das Team wurde informiert – über das Warum und das Wie

  • Es gibt schriftliche Richtlinien für den KI-Einsatz im Betrieb

  • Der Datenschutz ist geklärt – intern und mit Blick auf den EU AI Act

  • KI-Ergebnisse werden vor der Verwendung immer von einem Menschen geprüft

  • Eine praxisnahe Schulung für das Team ist geplant oder bereits umgesetzt

Für Arbeitnehmer:innen: So gehst du richtig damit um

Die richtige Einstellung

Weder Ablehnung noch blindes Vertrauen hilft weiter. KI sollte man am besten ansehen, wie ein Werkzeug, wie eine Suchmaschine oder ein Taschenrechner. Sie braucht klare Anweisungen, und ihre Ergebnisse müssen immer kritisch geprüft werden.

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KI sinnvoll nutzen für:

Texte und Kommunikation

  • Entwürfe erstellen lassen, dann selbst anpassen, nicht umgekehrt
  • Lange Dokumente oder E-Mails zusammenfassen lassen
  • Eigene Texte auf Klarheit und Fehler prüfen lassen

Wissen und Recherche

  • Für einen schnellen ersten Überblick nutzen, wichtige Aussagen immer mit verlässlichen Quellen gegenchecken
  • Komplexe Themen einfach erklären lassen
  • Vor- und Nachteile abwägen lassen, wenn eine Entscheidung ansteht

Organisation

  • Aufgabenlisten, Agenden oder Zeitpläne vorschlagen lassen
  • Besprechungsnotizen automatisch zusammenfassen lassen

5 KI-Tools zur Organisation:

Microsoft Copilot – Direkt in Word, Excel und Teams integriert

Notion AI – Notizen, Aufgaben und Planung in einem

Otter.ai – Meeting-Protokolle auf Knopfdruck

Google Workspace KI – Direkt in Gmail, Docs und Sheets integriert

Asana + KI – Projektmanagement mit KI-Unterstützung

FÜR ARBEITNEHMER

Bist du KI-Fit?

  • Ich verstehe, was KI kann und was nicht
  • Ich prüfe KI-Ergebnisse immer, bevor ich sie verwende
  • Ich gebe keine sensiblen Daten in öffentliche Tools ein
  • Ich bin offen, Neues auszuprobieren
  • Ich bringe mich aktiv in die KI-Nutzung im Betrieb ein 


DAS SOLLTEST DU IMMER ÜBERPRÜFEN:

  • Keine Kundendaten oder vertrauliche Infos in öffentliche KI-Tools eingeben
  • KI-Output ungeprüft weiterschicken
  • Wichtige Entscheidungen nicht ausschließlich auf Basis von KI treffen
  • KI-generierte Inhalte als solche kennzeichnen
  • Prüfen, ob die verwendeten Tools den österreichischen und europäischen Datenschutzanforderungen (DSGVO) entsprechen
Ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer:in, die entscheidende Frage ist dieselbe: Wie bleibe ich relevant in einer Arbeitswelt, die sich schnell verändert? Die Antwort ist auf beiden Seiten gleich: nicht durch Technikwissen, sondern durch Offenheit und Urteilsvermögen. KI verändert zwar die Spielregeln und Möglichkeiten, aber die entscheidenden Züge macht nach wie vor der Mensch.